Walter Nausch kam über die "Josefstädter Toskana", Libertas und den WAC zur Austria. Er spielte im Wunderteam, ging aber 1938 in die Schweiz zu den Grasshoppers. Der Grund: Die Weigerung, sich den neuen Machthabern zu beugen (Österreich war damals von Hitlerdeutschland besetzt), die ihm die Scheidung von seiner jüdischen Frau "befahlen". 1939 wurde Nausch von Austriafunktionären in Zürich besucht und bekam die goldene Ehrennadel mit Brillanten. Nach dem Krieg kehrte er wieder zurück nach Wien und war später sogar Trainer der Austria.
Er war ein Allrounder auf dem Spielfeld, hatte er doch zu Beginn seiner Karriere auch Stürmer und Verteidiger gespielt. Der größte Gentleman im österreichischen Fußball aller Zeiten. Im letzten Jahr war Nausch als technischer Leiter der Wiener Austria sowie als Kursleiter des ÖFB, in der Sportschule Obertraun tätig.
Nausch starb am 11. Juli 1957 an den Folgen eines Herzinfarkts, der ihn am 23. September 1956 im Café Prückl am Stubenring ereilt hatte: Aus Aufregung über ein 0:2 der Austria gegen den Kremser SC. Am 18. Juli 1957 wurde der ehemalige Bundeskapitän des ÖFB unter großer Anteilnahme der Wiener Sportler am Ottakringer Friedhof (Gruppe 22 / Reihe 2 / Nummer 28) feierlich beigesetzt. Die Nationalspieler Schmied, Engelmaier, Barschandt und Koller trugen die Kränze des ÖFB, der Staatsliga, des Wiener Verbandes und des Deutschen Fußballbundes. Austria-Präsident Dr. Eckerl würdigte das Leben und Wirken des vorbildlichen Menschen und Sportmannes Walter Nausch. Die Mannschaft der Austria befand sich zu diesem Zeitpunkt auf einer Tournee in Australien.
Erfolge:
1952 zum Ehrenkapitän der Austria ernannt
Mitglied des Wunderteams, WM Teilnehmer 1934
Anlässlich "90 Jahre Austria Wien" (2001) in die "Austria-Elf des Jahrhunderts" gewählt.
Spitzname:
"Sir"
Vereine als Spieler:
Josefstädter FC, Libertas, Austria Wien (1923-1925), WAC (1925-1929), Austria Wien (ab 1929)
Trainer bei Austria Wien (1954-1955), Österreichischer Teamchef von 1948 - 1954